TÜRKISCHE SÜßSPEISEN UND DESSERTS

Wenn es sich um leckere Desserts und Süßigkeiten handelt, stellt die türkische Küche ihre Kreativität abermals unter Beweis. Rezeptideen sind schlicht und ergreifend keine Grenzen gesetzt! Im Handumdrehen werden einfache sowie scheinbar für Desserts ungeeignete Zutaten in leckere Nachspeisen verwandelt. 

Hinsichtlich der Süßigkeiten wird in der türkischen Küche größtenteils nicht gekleckert, sondern richtig geklotzt, was für viele Europäer etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dennoch finden sich auch weniger süße und kalorienarme Nachspeisen, die im Geschmack nicht nachstehen. 

Baklava

Einheimische von Gaziantep, einer Stadt im Südosten der Türkei, wissen ganz genau, worauf es bei einer guten Baklava ankommt. Ein temperierter und abgedunkelter Raum, in dem aus insgesamt 40 hauchdünnen Schichten Yufka (Teigblättern), Butter, Zuckersirup sowie verschiedenen Nüssen das bekannte Gebäck hergestellt wird.

Der Herstellungsprozess der Süßspeise ist keine leichte Aufgabe, denn zuerst wird jede Schicht Teigblatt mit Butter bepinselt und gleichmäßig mit Pistazien bestreut. Anschließend muss der Teig im Ofen goldbraun werden, bevor zum Abschluss mehrere Kellen honigsüßer und kochend heißer Sirup über die einzelnen Schichten gegossen wird. Nun heißt es, ruhen lassen und nachher je nach Geschmack auch mit Vanilleeis servieren.  

Es gibt verschiedene Varianten von Baklava mit niedlichen Namen wie Nachtigall Nest oder Palast Baklava. Auch wenn sie geschmacklich ein wenig voneinander abweichen, haben sie eins gemeinsam: ein echter Gaumenschmaus sind sie alle. 

Kabak Tatlısı (süßer Kürbis)

Kürbis ist ein wichtiger Bestandteil von zahlreichen deutschen Kochrezepten und erfreut sich vor allem in den Wintermonaten großer Beliebtheit. Wer wusste jedoch, dass sich auch aus Kürbis eine leckere Nachspeise zaubern lässt. Und das in wenigen einfachen Schritten!

Zuerst bestreut man die Kürbisstücke reichlich mit Zucker und lässt sie über Nacht ziehen. Anschließend werden diese unter Zugabe von Zitronensaft und Orangenschalen aufgekocht. Die fertigen Kürbisstücke, die sich nun mit Zucker vollgesaugt haben, werden am besten mit Walnüssen und Kaymak (Rahm) serviert. Ein Geheimtipp ist Tahin (Sesampaste), die gleichmäßig auf die Kürbisstücke geträufelt die Geschmacksknospen zusätzlich anregen. 

Aşure

Aşure ist ursprünglich ein aus dem Mittleren Osten stammendes Dessert mit viel geschichtlichem Hintergrund. Es wird an einem bestimmten Tag des islamischen Monats zubereitet und an Menschen in der Nachbarschaft verteilt. Der Legende nach hat Noah nach dem Ende der Sintflut zum ersten Mal die Süßspeise gekocht. Nach so langer Zeit auf dem Wasser sollen seine Vorräte größtenteils zur Neige gegangen sein und Not macht bekanntlich erfinderisch.

In der Regel besteht Aşure aus mindestens 7 verschiedenen Zutaten. Weizen, Kichererbsen, Reis, Feigen, Rosinen, Aprikosen und  Walnüsse oder Haselnüsse bilden die Grundlage für diese extra süße Speise. Ein wenig Zimt und Granatapfelkerne zum Anrichten vollenden das Ganze sowohl geschmacklich als auch optisch.

Künefe (Engelshaar in Sirup)

Als Nachspeise gehört Künefe zum festen Bestandteil auf den Speisekarten vieler Restaurants. Der Nachtisch basiert auf Tel Kadayıf (Teigfäden), die mit Zuckersirup übergossen und in der Mitte mit Kaymak (türkischer Rahm) belegt werden. Die Süßspeise wird in runden Metaltellern im Ofen gebraten und serviert. 

Mit etwas Rahm und grob gehackten Pistazien verfeinert schmeckt Künefe am besten. Doch ist Vorsicht geboten! Die Süßspeise ist eine echte Kalorienbombe und daher ist es empfehlenswert, den Genuss auf zwei kleine Scheiben zu beschränken, wenn Sie auf Ihre Figur achten.

Maraş Dondurma ( türkisches Eis)

Eine Eisspezialität, die Sie mit Messer und Gabel essen können? Kein Scherz, diese hört auf den Namen Maraş Dondurma und sollte vielen Türkei-Urlaubern längst bekannt sein. Schließlich gibt es an touristischen Orten in der Türkei an jeder zweiten Ecke einen Eisstand, wo diese Spezialität inklusive Showeinlage angeboten wird. 

Ziegenmilch, Salep (Wilde Orchideenwurzeln) und Mastix sind die Geheimzutaten, die Maraş Dondurma zu etwas Besonderem machen. Zusammen mit der eigenen Herstellungsweise sorgen diese Zutaten für die unvergleichliche Konsistenz und den unverkennbaren Geschmack.   

Ekmek Kadayıfı

In der türkischen Küche wimmelt es so von einfallsreichen Kochrezepten. Ein Paradebeispiel heißt Ekmek Kadayıfı und besteht hauptsächlich aus nichts Weiterem als einem speziellen trockenem Brot. Die Menschen von der Stadt Afyon waren es, die auf die Idee kamen, aus etwas einfachem wie Brot eine Süßspeise zu zaubern.

Zur Vorbereitung wird das Brot zuerst in Wasser eingeweicht, damit es quillt. Anschließend gibt man das eingeweichte Brot in einen mit Zuckersirup gefüllten flachen Topf und lässt es auf kleiner Flamme köcheln. Erst wenn der Sirup gezogen ist, nimmt man den Topf vom Herd. Die Süßspeise wird verkehrt herum mit einer dicken Schicht Kaymak (türkischer Rahm) obendrauf auf einem passenden Teller angerichtet.  

Fırın Sütlaç (überbackener Milchreis) 

Die türkische Küche nennt verschiedene Nachspeisen auf Milchbasis ihr eigen. Die bekannteste unter ihnen ist Sütlaç, das im Vergleich zu den bisherigen Desserts wesentlich leichter ist. 

Milch, Reis, Zucker, Reismehl sowie Eigelb sind die Zutaten, die bei der Zubereitung zum Einsatz kommen. Rosenwasser sorgt für mehr Konsistenz und Vanilleschoten verfeinern den Geschmack. Die bereits gekochte Mischung wird zum Schluss im Ofen überbacken, bis die Oberfläche dunkel anläuft. 

Lokum

Die heute international als Turkish Delight bekannte Süßigkeit Lokum wurde zwar bereits im 17. Jahrhundert erfunden, doch erst im 19. Jahrhundert gelang ihm der große Durchbruch. Einem vom osmanischen Hof beauftragten Konditor namens Haci Bekir kam als erster auf die Idee, die in Europa neu erfundene Maisstärke zu der bereits bestehenden Liste an Zutaten hinzuzufügen. 

Heute gibt es das Konfekt in allen erdenklichen süßen Geschmacksrichtungen und es wird besonders zu festlichen Gelegenheiten gereicht.